Mosaikschulen scheinen ein wichtiges Problem zu lösen…

… nämlich die Frage des organisatorischen Umgangs mit der Herausforderungen der Individualisierung, eine notwendige Konsequenz kompetenzorientierten Unterrichts. Schul- und Unterrichtsorganisation mit den Verwaltungsparametern des 19. Jahrhunderts (Jahrgangsklassen, Fachunterricht in Lektionen, alle Schülerinnen und Schüler haben die gleichen Ziele in der gleichen Zeit zu erreichen, Lehrpersonen werden nach unterrichteten Lektionen entlöhnt etc.) beschneidet Lösungsvarianten massiv.

Umso erfrischender ist der Ansatz der Mosaikschulen, nicht die Verwaltungsparameter, sondern die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler in den Vordergrund zu rücken (sh. Video bei obigem Post).

Die Verwandtschaft der strukturellen Bausteine der Unterrichts- und Schulorganisation zu denjenigen, wie sie  Edwin Achermann beschreibt, ist offensichtlich (sh. Buchtitel rechts).

der_vielfalt_raum_und_struktur_gebenDas zeigt auch das Beispiel einer Tagesschulorganisation in Zürich, die sich an Achermann ausrichtet: StundenplanMittelstufe

Quelle: Konzept Tagesschule Limmat B.

Verwendung des Kompetenzbegriffs: Zwecke?

Bei einer Analyse des Kompetenzbegriffs scheint mir wichtig, dass dabei nicht nur der wissenschaftliche Gebrauch in verschiedener Disziplinen (und darin unterschiedlichen “Schulen”) und mit ihren Definitionen und Verwendungszusammenhängen berücksichtigt wird, sondern auch nicht-wissenschaftliche Diskurse einerseits, und v.a. die mit der Verwendung verbundenen Implikationen und Erwartungen bzw. Zwecke (z.B. Grundlage für Messmodell oder nicht) andererseits.

Darauf weist z.B. Gabi Reinmann laut Abstract zu einer anstehenden Keynote an der Tagung Inter­dis­ziplinäre Zu­gän­ge zu technologie­gestütztem Lernen (IATEL) in Darmstadt hin:

“Ein Hauptproblem sehe ich darin, dass wir mit der aktuellen Kompetenzorientierung, dem gemeinsamen Ruf nach Qualitätsverbesserung und der sich langsam entwickelnden Asssessmentfrage der Illusion verfallen, ein vergleichbares Verständnis dieser Konstrukte in Politik, Wissenschaft und Praxis zu haben und damit vergleichbare Ziele anzustreben. Besonders auffällig ist das bei der Kompetenzorientierung, die je nach Blickwinkel (politisch, praktisch, wissenschaftlich) sehr unterschiedliche Implikationen hat.”

Lernergebnisse: learning outcomes, Kompetenzen, Lernziele

Im Rahmen der im Zuge von PISA und Bologna erneuerten Fokussierung auf die Lernergebnisse, die Unterricht hervorbringen sollte, ist ein Begriffswechsel festzustellen. Lernergebnisse werden als Kompetenzen bezeichnet, was eine performance-oriented Formulierung von Lernergebnissen notwendig macht.

Im Moment beschäftigt mich in diesem Zusammenhang die Frage, was diese Hinwendung zum Konzept der Kompetenz für die Unterrichsplanung von Lehrpersonen Neues beinhaltet. Wir beschäftigten uns in den 1990er mit dem Versuch, einen lernzielorientierten Unterricht zu etablieren, ich würde sagen, nur teilweise erolgreich. Was ist denn der Unterschied einer performanzorientierten Zielorientierung zu einer lernzielorientierten, wie sie v.a. in Anlehung an die Bloom’sche Taxonomie seit 1956 umzusetzen versucht wurde?

Wie auch immer, hier ein interessantes Tool, um Online Lernziele nach der Bloom’schen Taxonomie (noch nicht nach der revidierten Version von Anderson et al. von 2001) zu formulieren.

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